Frauen über 50. Frauen über 60. Witwen mit Hunden, die ihre verstorbenen Männer ausgesucht haben. Mütter mit Familienhunden, die als Welpen klein waren und mit 14 Monaten 32 Kilo wiegen. Berufstätige Frauen mit Schäferhund-Mixen aus dem Tierschutz, die niemand sonst nehmen wollte.
Sie kommen zu mir mit einem Satz, den ich mittlerweile auswendig kenne:
„Herr Berger, ich habe schon alles probiert."
Hundeschule. 80 bis 100 Franken pro Stunde. Im Kurs läuft der Hund wie ein Musterschüler. Auf dem Heimweg zieht er sie wieder durch die Strasse.
Leckerli-Training. Solange Wurst in der Hand ist, ein Engel. Eine Sekunde ohne — volle Kraft voraus.
Stehenbleiben-Methode. 100 Meter in 30 Minuten. Jeden Morgen. Drei Monate lang. Null Fortschritt.
Richtungswechsel, Konsequenz-Training, YouTube-Tipps, Facebook-Gruppen, zwei oder drei verschiedene Trainer. Drei, vier verschiedene Anti-Zieh-Geschirre.
Manche haben über die Jahre 2.000, 3.000, 5.000 Franken in Hundetraining investiert.
Jeder Trainer sagt etwas anderes. Keiner kann erklären, WARUM es nicht funktioniert.
Sie sitzen dann bei mir im Trainingsraum und entschuldigen sich. Bei mir. Bei ihrem Hund. Bei sich selbst.
Sie sagen Sätze wie: „Ich bin einfach zu schwach für ihn." Oder: „Vielleicht passt der Hund nicht zu mir." Oder: „Meine Tochter hat schon gefragt, ob ich ihn abgeben soll."
Und ich habe ihnen 14 Jahre lang das gesagt, was ich für die ehrliche Trainer-Wahrheit gehalten habe: